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Verantwortung von Influencer:innen: Sind Gesetze wie in Frankreich das Richtige?

Aktualisiert: 14. Juni 2023

Als erstes europäisches Land hat Frankreich Gesetze explizit für Influencer eingeführt. Das Gesetz regelt vor allem Influencer-Werbung und verbietet mitunter das Bewerben von Schönheitsoperationen, Kryptowährungen, Nikotin, Heilmitteln, Glücksspiel und Wetten. Zudem müssen Influencer und Creator ihre bezahlten Kooperationen sichtbar kennzeichnen sowie den Einsatz von Bildretouche kenntlich machen.


Das französische Gesetz definiert Influencer als Personen, die aus finanziellen Interessen ihre Popularität auf den diversen sozialen Netzwerken im Internet einsetzen und dabei direkt oder indirekt Werbung für Güter oder Dienstleistungen machen. Influencer sind jedoch viel mehr als das und Werbung oder die Bildbearbeitung sind meist nur ein kleiner Bestandteil ihrer Arbeit. Denn Influencer und Social Media Creators sind ein fester Bestandteil der Social Media und unseres Konsumalltags geworden. Sie kreieren Infotainment, Tutorials zu verschiedenen Themen, machen Musik, tanzen oder teilen ihre Meinungen und Erfahrungen mit ihren Communities. Wenn sie Werbung machen, arbeiten sie dafür meistens mit Agenturen, Firmen oder Organisationen zusammen und unterliegen dabei genauso den schweizerischen Werbegesetzen – auch wenn Influencer nicht explizit erwähnt sind, gelten für sie dieselben Spielregeln, da die Brands mit denen sie arbeiten dieselben sind und genauso an die Gesetz gebunden sind. Deshalb glauben wir beim Conscious Influence Hub, dass der Ansatz der Selbstverantwortung für Influencer und Creators noch wichtiger ist als Gesetze.


Der Conscious Influence Hub möchte Influencer für ihre Verantwortung sensibilisieren, die sie gegenüber ihren Followern haben, ob es nun bezahlte Inhalte sind, die sie kennzeichnen sollten, oder ob sie teilen, was sie gerade tun und denken.

Dafür haben wir gemeinsam mit Akteuren aus der Influencer-Szene sowie Fachexpert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft den Code of Conduct entwickelt. Die zehn Guidelines enthalten auch die transparente Kennzeichnung von Werbung. Noch viel wichtiger erscheint uns jedoch, dass Influencer grundsätzlich ihren Einfluss verantwortungsvoll einsetzen – über die Werbung hinaus, und daran arbeitet der Conscious Influence Hub gemeinsam mit der Community und mit dem Code of Conduct, der um einiges weiter geht.



Wenn man über Regularien oder Gesetz spricht, müsste man generell viel eher über die Regulierungen von Plattformen und Moderation von Inhalten sprechen sowie die Firmen und Organisationen mit einbeziehen, als sich lediglich auf einzelne Akteure zu beschränken. Wir glauben daran, dass eine aufgeklärte und reflektierte Community bzw. Social Media User viel bewusster mit ihren Inhalten und grundsätzlich mit Social Media umgehen. Zudem verändern sich die digitalen Medien sehr schnell. Mit unserem Ansatz können wir viel dynamischer agieren und alle Stakeholder und vor allem die Firstmover (Influencers) direkt abholen und mit einbeziehen.


Unser Ziel ist es, einen bewussten Umgang in und mit den digitalen Medien zu fördern sowie die positive Kraft der Sozialen Medien und einer engagierten Community aus Influencers & Creators zu nutzen, um das gesellschaftliche Miteinander zu stärken. Der Verein möchte das verantwortungsbewusste Verhalten aller Stakeholder in den sozialen und digitalen Medien thematisieren und durch geeignete Massnahmen fördern und unterstützen. Wir sind keine Branchenorganisation, sondern ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein, der Aufklärung, Diskussionen und Schulungen anbietet, und dies primär für Influencer, aber auch für Firmen, Agenturen und Not-for-Profits, die mit Influencer:innen arbeiten. Zudem wollen wir die Medienkompetenz in der Gesellschaft fördern.

Wir sind überzeugt, dass wir damit einen wichtigen Mehrwert für die Social Media Akteure, ihre Communities und die Gesellschaft leisten können. Inwieweit darüber hinaus rechtlich verbindliche Regulierungen notwendig sind, ist Sache der Politik.


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