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Conscious Sharenting – 5 Fragen an Anja Gasser

Aktualisiert: 19. Apr.

In unserer aktuellen Ausgabe von "5 Fragen an" steht diese Woche Anja Gasser im Mittelpunkt.


"Lass es einfach sein - deinem Kind zuliebe!"
 


Anja Gasser, auf Instagram auch unter dem Namen anjaschuschu bekannt, ist eine Schweizer Influencerin und Bloggerin , die sich durch ihre Expertise in den Bereichen Interior, Food, Fashion, Beauty und Momlife auszeichnet. Durch ihren ästhetischen Feed inspiriert sie ihre Follower mit kreativen Inhalten rund um Lifestyle und Familienleben – ohne ihr Kind dabei zu zeigen. Sie ist Gründerin des Blogs SchuSchu.


1. Warum sollen andere fremde Menschen an deinem digitalen Leben teilhaben?


"Ich möchte andere Influencer, die ebenfalls Kinder haben, dazu ermutigen und motivieren, dass man auch Content ohne Kinder veröffentlichen kann."
 

2. Warum zeigst du dein Kind nicht auf Social Media? 


Ich habe mich ganz bewusst dagegen entschieden. Bereits während der Schwangerschaft. Ich habe mich ausführlich mit dem Thema Kinder im Netz und Pädophilie auseinandergesetzt und dabei sehr schnell entschieden, keinerlei Daten über mein Kind online zu veröffentlichen: Weder Bilder, Geburtsdatum, Name, Geschlecht oder sonst was. Menschen, die an Pädophilie erkrankt sind, reichen schon sehr wenige Anhaltspunkte, um einem Kind zu schaden - ob physisch oder psychisch. Als ich ein Interview von einem Mann, der an Pädophilie erkrankt ist, gesehen habe und der gesagt hat, dass ihm ein Foto von einem Kindergesicht ausreicht und er sich dann den nackten Körper vorstellt oder selber zeichnet, wurde mir bewusst, mit was wir es hier zu tun haben. Und nun kommt ja auch noch KI dazu.


Aber es geht nicht nur darum unsere Kinder im Netzt zu schützen. Es ist so wichtig, dass wir weiter denken! Ich finde zum Beispiel die Geburtstafeln, die bei den frisch gebackenen Eltern zu Hause draussen am Fenster ausgehangen werden, sehr bedenklich. Da steht der Name, das Geburtsdatum und der Wohnort ist ja dann auch bekannt. Das macht es einfach, Kinder auch offline aufzuspüren.


Ein weiterer Punkt, warum ich mein Kind nicht im Netz zeige, ist das alle Rechte beim Kind liegen. Ich habe kein Recht mit meinem Kind Content zu erstellen, um damit die Follower zu unterhalten! Weder für eine kurze Story noch Reels. Ich persönlich finde das Ausbeuterei - je nach Ausmass des Contents fällt das für mich sogar unter Kinderarbeit.


Ich hätte ein unglaublich schlechtes Gewissen, wenn ich mein Kind für meine Arbeit oder zur Unterhaltung meiner Follower ausnutzen würde. Ich behandle mein Kind mit demselben Respekt wie bei einer erwachsenen Person. Und eine erwachsene Person fragt man ja auch, ob sie damit einverstanden ist.


3. Was sind die Reaktionen aus deinem Umfeld oder deiner Community darauf?

 

Die Reaktionen von meinen Followern sind sehr positiv. Meine Familie findet das auch sehr gut. In meinem Freundeskreis ist die Meinung gemischt. Die einen finden das Thema genau so problematisch wie ich, die anderen finden es zu übertrieben.


4. Hast du dir überlegt, dein(e) Kind(er) später zu zeigen?


Ich werde mein Kind nie zeigen. Ausser mein Kind ist alt genug und will unbedingt, dass ich es zeige - dann vielleicht. Aber von meiner Seite her werde ich mein Kind niemals zeigen. Warum auch?


5. Welche drei Tipps kannst du Eltern und Creators im Umgang mit Kinderbildern im Netz geben?

 

"Lasst es einfach sein. Es gibt nichts Positives daran, sein Kind im Netz zu zeigen. Weder als Creator noch als Privatperson. An alle Creators: Ihr könnt auch super gut Content ohne eure Kinder erstellen."
 

Ich mache es seit bald zwei Jahren und bin immer noch genau gleich erfolgreich wie vorher oder sogar noch erfolgreicher. Ich habe trotzdem meine Partner und werbe sogar für Kinderprodukte - und das ohne mein Kind zu zeigen. Z.B. habe ich Werbung für ein Baby Produkt gemacht und dabei eine Puppe anstelle von meinem Kind verwendet. Das hat wunderbar funktioniert. Niemandem ist es aufgefallen.

Weitere wichtige Informationen rund um das Thema Conscious Sharenting findest du auf unserer Info-Seite: https://www.consciousinfluencehub.org/sharenting

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